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Von unbekannt ins Fernsehen

Vom ersten Zeitungsinterview ins Fernsehen: Wie Nicole Steurer mit PR bekannter wird und ihr Business wachsen lässt

„Ich habe mir gedacht: Warum sollte sich eine Zeitung für mich interessieren?“

Heute war Nicole Steurer bereits mehrfach live im Frühstücksfernsehen, wurde im Radio interviewt und bekommt Kundenanfragen aus ganz Österreich.

Nicole ist Permanent-Make-up-Artistin und Expertin für Scalp Micropigmentation (SMP), eine Methode, mit der sich lichte Stellen am Kopf optisch kaschieren lassen. Sie betreibt Studios in Kärnten und bildet mittlerweile auch andere in dieser Technik aus.

Im Interview erzählt sie, wie sie ihre ersten Presseerfahrungen gemacht hat, warum sie trotz erfolgreicher Zusammenarbeit mit einer PR-Agentur selbst Pressearbeit lernen wollte und was ihr Fernsehauftritt für sie persönlich und für ihr Business verändert hat.

 

„Was habe ich denn schon zu sagen?“

Eva Primavesi: Nicole, wie hast du Pressearbeit am Anfang gesehen? War das für dich überhaupt ein Thema?

Nicole Steurer: Eigentlich habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht. Ich habe gedacht: Warum sollte ich in einer Zeitung stehen? Was habe ich denn schon zu sagen? Was ist an meinem Thema so wichtig, dass sich eine Zeitung dafür interessieren sollte?

Ich war da anfangs wirklich zurückhaltend. Dann habe ich aber relativ schnell gemerkt, dass das, was ich mache, sehr wohl relevant ist.

Meine ersten Presseerfahrungen habe ich mit Unterstützung einer PR-Agentur gemacht. Es hat geheissen, dass es eine Zeit lang dauert, bis Rückmeldungen kommen. Aber dann hatte ich innerhalb von zwei Wochen gleich zwei Interviewanfragen.

Damit war ich am Anfang total überfordert. Ich habe mir gedacht: Jetzt muss ich ein Interview geben – wie mache ich das überhaupt?

Warum Nicole trotz PR-Agentur selbst Pressearbeit lernen wollte

Eva Primavesi: Du hattest mit der Agentur bereits gute Erfolge. Warum hast du dich trotzdem entschieden, mit mir zusammenzuarbeiten?

Nicole Steurer: Weil ich nicht gewusst habe, wie das Ganze funktioniert. Ich bin ein Mensch, der verstehen möchte, warum etwas funktioniert und was dahintersteckt.

Ich habe zwar eine Interviewanfrage bekommen, aber ich wusste nicht, was davor passiert ist. Warum war mein Thema für die Journalisten relevant? Was war für sie wichtig? Wie kommt man überhaupt an die richtigen Kontakte?

Ich wollte das selbst in der Hand haben und verstehen, wie ich Pressearbeit machen kann. Das war für mich total spannend und wichtig.

Eva Primavesi: Genau das ist auch mein Ansatz. Pressearbeit soll sich nicht wie Zufall anfühlen. Hinter erfolgreichen Medienkontakten steckt konkretes Wissen, und das kann man lernen.

Der größte Aha-Moment: Journalisten brauchen gute Themen

Eva Primavesi: Was war dein größtes Learning in unserer Zusammenarbeit?

Nicole Steurer: Dass du mir erklärt hast, was Journalisten eigentlich brauchen. Sie sind ständig auf der Suche nach Inhalten. Und es geht nicht darum, was ich mache, sondern darum, welche Probleme ich löse.

Das war für mich ein ganz wichtiger Perspektivenwechsel.

Und dann natürlich das Thema Nachhaken. Wenn ich auf eine E-Mail keine Antwort bekomme, hat das nichts mit mir persönlich zu tun. Journalisten bekommen teilweise 200 bis 300 E-Mails am Tag.

Früher hätte ich gedacht: Mein Thema ist doch so spannend, warum bekomme ich keine Rückmeldung? Heute weiß ich, dass ich nachfassen kann. Auch ein zweites, drittes oder viertes Mal, wenn das Thema relevant ist.

Wenn es dann nicht passt, nehme ich eben den nächsten Kontakt. Irgendwo wird das Thema passen.

Eva Primavesi: Genau. Eine ausbleibende Antwort ist keine Bewertung deiner Person oder deiner Expertise. Oft ist die E-Mail einfach im Redaktionsalltag untergegangen.

Und das Schöne ist: Wenn du langfristig Pressearbeit machst, baust du dir nach und nach dein eigenes Netzwerk an Journalisten auf. Du kannst dich immer wieder mit neuen Themenvorschlägen melden.

Vom Wunsch ins Frühstücksfernsehen

Eva Primavesi: Du hast dann ziemlich schnell die Königsdisziplin der Pressearbeit in Angriff genommen: das Fernsehen. Wie ist es dazu gekommen?

Nicole Steurer: Das war schon ein Wunsch von mir. Irgendwann wollte ich einmal ins Frühstücksfernsehen. Aber es war für mich etwas, das so weit weg war, dass ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, wie ich dort hinkomme.

Bei einer Veranstaltung habe ich dann eine Journalistin vom Frühstücksfernsehen kennengelernt. Ich wurde sogar von ihre angesprochen und sollte einen Themenvorschlag schicken.

Das habe ich gemacht. Und dann hat sich eines aus dem anderen ergeben.

Es war ehrlich gesagt einfacher, als ich gedacht hatte. Vorher war das für mich so utopisch. Und plötzlich war es real.

Ungefähr zwei Monate lang habe ich nichts gehört. Dann kam die E-Mail mit dem Termin für die nächste Woche. Da habe ich mir gedacht: Wow, jetzt ist es wirklich so weit!

Nicht die Methode war die Geschichte – sondern das Problem dahinter

Eva Primavesi: Du bist Expertin für Scalp Micropigmentation. Aber du hast den Journalisten nicht einfach geschrieben: „Meine Methode ist so toll, darüber müsst ihr berichten.“ Wie hast du dein Thema aufbereitet?

Nicole Steurer: Wir haben das Thema Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren aufgegriffen.

Viele Frauen haben in dieser Lebensphase mit Haarausfall zu kämpfen. Bei manchen wird das Haar so licht, dass die Kopfhaut deutlich sichtbar wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen, aber nicht jede Lösung ist dauerhaft oder für jede Frau passend.

Scalp Micropigmentation kann dabei helfen, den Kontrast zwischen Kopfhaut und Haaren optisch zu reduzieren. Dadurch fallen lichte Stellen weniger auf.

Das Thema war also nicht meine Methode, sondern das Problem, das viele Frauen betrifft: Haarausfall in den Wechseljahren.

Eva Primavesi: Genau das macht einen guten Presseaufhänger aus. Du gehst vom Problem der Menschen aus und zeigst dann, welche Lösung du als Expertin anbieten kannst.

Wenn Haarausfall den Alltag bestimmt

Nicole Steurer: Viele Frauen versuchen, lichte Stellen mit verschiedenen Produkten oder Hilfsmitteln zu kaschieren. Das kann im Alltag aufwendig sein, gerade im Sommer oder wenn man schwitzen muss.

Manche vermeiden deshalb bestimmte Situationen, zum Beispiel schwimmen zu gehen. Oder sie überlegen ständig, wie ihre Haare aussehen und ob sie noch etwas kaschieren müssen.

Bei der Scalp Micropigmentation werden mit einer Nadel feine Punkte auf die Kopfhaut gesetzt. Die Behandlung ist semi-permanent und kann nach einigen Jahren aufgefrischt werden.

Für mich ist das Schönste, wenn Frauen dadurch wieder mehr Lebensqualität bekommen. Wenn sie sich nicht mehr ständig Gedanken über ihre Haare machen müssen und wieder spontaner sein können.

Das sind manchmal ganz banale Dinge, über die man gar nicht nachdenkt, wenn man selbst nicht betroffen ist.

Eva Primavesi: Und genau deshalb ist das Thema für Medien interessant. Es geht nicht nur um eine kosmetische Behandlung, sondern um Selbstbewusstsein, Lebensqualität und ein Thema, über das viele Frauen nicht gerne sprechen.

Um fünf Uhr früh stand das Fernsehteam im Studio

Eva Primavesi: Wie war das dann, als das Fernsehteam tatsächlich zu dir gekommen ist?

Nicole Steurer: Um fünf Uhr früh war ich in meinem Studio. Dann kam das Team mit Moderator, Kameramann und Tontechniker. Es war noch dunkel und natürlich war ich aufgeregt.

Zuerst haben wir Kaffee getrunken. Dann wurde alles für die Aufnahmen vorbereitet, das Licht eingestellt und geschaut, dass alles gut passt.

Danach hatten wir ein Vorgespräch. Ich hatte ja bereits mit der Redaktion besprochen, worum es gehen sollte. Der Moderator ist die Themen noch einmal mit mir durchgegangen.

Er hat mir gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Er würde mich durch das Interview führen, Fragen stellen und mir helfen, wenn ich einmal nicht weiterweiß.

Das hat mich wirklich beruhigt.

Eva Primavesi: Das ist auch ein wichtiger Punkt, den viele nicht wissen: Fernsehmoderatoren sind darauf vorbereitet, mit Menschen zu sprechen, die nicht jeden Tag vor der Kamera stehen.

Sie wollen ein gutes Interview mit dir führen. Und sie wissen natürlich, dass Gäste nervös sein können. Deshalb gibt es Vorgespräche und deshalb nimmt man sich Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Es hat besser ausgeschaut, als es sich angefühlt hat“

Eva Primavesi: Du warst ja nicht nur einmal zu sehen, sondern gleich mehrmals. Wie lief das ab?

Nicole Steurer: Es waren drei Live-Interviews. Das erste war ungefähr drei Minuten lang, das zweite etwa vier und das letzte ungefähr sechs Minuten.

Die Interviews wurden also immer länger. Beim letzten habe ich mir irgendwann gedacht: Jetzt hört er gar nicht mehr auf zu fragen! Aber der Moderator hat mich wirklich gut durch das Gespräch geführt.

Und nach dem ersten Live-Interview haben wir auch noch etwas für Radio Kärnten gemacht. Der Moderator hat einfach sein Handy genommen und gesagt, dass wir jetzt noch ein Radiointerview machen.

Das ging alles sehr schnell und ich habe ganz frei gesprochen. Ich war mir in dem Moment gar nicht so bewusst, dass das jetzt noch ein Radiointerview ist.

Später habe ich Rückmeldungen von Menschen bekommen, die mich gehört hatten. Da war ich schon stolz auf mich, weil ich gemerkt habe: Das hat gut funktioniert, ganz ohne Druck.

Drei Live-Interviews und danach noch Radio

Eva Primavesi: Und dann warst du live auf Sendung. Wie hast du dich gefühlt?

Nicole Steurer: Ich war beim ersten Interview wirklich sehr nervös. Der Moderator hatte seinen Knopf im Ohr und wusste genau, wann wir auf Sendung gehen. Ich wusste das natürlich nicht so genau.

Aber dann haben wir es einfach gemacht.

Später habe ich mir das Interview angesehen und mir gedacht: Okay, so schlimm war das gar nicht. Es hat besser ausgeschaut, als es sich angefühlt hat.

Ich war innerlich total aufgeregt, aber nach außen hat es viel ruhiger gewirkt. Das war für mich eine wichtige Erfahrung.

Und ich habe gemerkt, dass ich einfach authentisch bleiben darf. Ich muss nicht versuchen, perfekt Hochdeutsch zu sprechen oder jemand anderes zu sein. Ich darf so sprechen, wie ich bin.

Was die Pressearbeit persönlich verändert hat

Eva Primavesi: Was hat diese Erfahrung mit dir persönlich gemacht?

Nicole Steurer: Für mich war das ein unglaublicher Entwicklungsschub. Ich habe gesehen, was ich alles kann.

Die Anspannung vorher ist natürlich nicht so angenehm. Aber wenn du es dann gemacht hast und merkst, dass es funktioniert, ist das ein richtig gutes Gefühl.

Früher war ich bei einer Interviewanfrage fix und fertig und habe mich gefragt, was da jetzt auf mich zukommt. Heute freue ich mich darauf.

Ich würde sofort wieder ein Fernsehinterview machen. Radio oder andere Presse natürlich auch.

Ich habe viel weniger Zweifel und bin mutiger geworden. Und vor allem weiß ich, dass mein Thema wichtig ist. Es gibt so viele betroffene Frauen, die von dieser Möglichkeit erfahren sollten.

Für mich ist Pressearbeit genau das richtige Werkzeug, um diese Menschen zu erreichen. Und mittlerweile macht es mir wirklich Spaß.

„Während der Sendung hatte ich zehn Anrufe“

Eva Primavesi: Und was hat das Fernsehinterview konkret für dein Business gebracht?

Nicole Steurer: Es war ein enormer Wachstumsschub. Während der Sendung hatte ich zehn Anrufe. Die Resonanz war wirklich unglaublich.

Frauen haben mir geschrieben, wie dankbar sie sind, dass sie diese Möglichkeit gesehen haben. Viele wussten gar nicht, dass es Scalp Micropigmentation gibt und dass das für sie eine Lösung sein könnte.

Die Methode ist in der breiten Öffentlichkeit noch viel zu wenig bekannt. Mein Wunsch ist, dass sie irgendwann genauso selbstverständlich als Möglichkeit wahrgenommen wird wie andere Behandlungen bei Haarausfall.

Die Anfragen kamen aus ganz Österreich. Ich sitze in Kärnten, und natürlich stellt sich dann auch die Frage, wie ich diese Nachfrage bedienen kann.

Deshalb ist auch meine Akademie entstanden. Ich möchte mein Wissen weitergeben und andere ausbilden, damit diese Methode für mehr Menschen verfügbar wird.

Fernsehen schafft einen anderen Expertenstatus

Eva Primavesi: Du hast auch erzählt, dass sich durch die Medienpräsenz das Vertrauen in dich verändert hat.

Nicole Steurer: Ja, absolut. Wenn du im Fernsehen warst, hast du als Expertin einen ganz anderen Status, als wenn du zum Beispiel Werbung machst.

Das ist eine andere Ebene von Vertrauen.

Ich hatte sogar Kundinnen, die gar nicht wegen Scalp Micropigmentation gekommen sind, sondern wegen Permanent Make-up. Sie hatten mich im Fernsehen gesehen und sind deshalb zu mir gekommen.

Die Medienpräsenz wirkt also auch auf mein gesamtes Business. Menschen kennen dich, sie haben dich gesehen und sie vertrauen dir schneller.

Pressearbeit mit System statt ständigem Social-Media-Druck

Eva Primavesi: Wie viel Zeit investierst du mittlerweile in deine Pressearbeit?

Nicole Steurer: Ich muss mir die Zeit natürlich gut einteilen, weil ich auch viel direkt mit Kundinnen arbeite. Aber ich nehme mir regelmäßig Zeit dafür.

Die Tools und Vorlagen, die ich von dir bekommen habe, helfen mir sehr. Ich bin nicht die Expertin für Formulierungen, aber damit kann ich meine Themen viel schneller und effizienter aufbereiten.

Früher hätte ich dafür viel mehr Zeit gebraucht. Jetzt habe ich eine Struktur und ein System dahinter. Das gefällt mir.

Ich weiß auch, dass manche Dinge länger dauern. Das ist okay. Pressearbeit ist für mich etwas, das langfristig wachsen darf.

Und ich merke, dass mir diese Art der Sichtbarkeit liegt. Bei Social Media denke ich oft lange darüber nach, was ich wieder posten soll. Pressearbeit fällt mir mittlerweile leichter und macht mir Spaß.

Eva Primavesi: Das ist genau der Punkt. Du hast eine Strategie, du kennst die Schritte und du weißt, wie du deine Zeit sinnvoll einsetzen kannst.

 

Nicoles Fazit: „Traut euch!“

Eva Primavesi: Was würdest du anderen Selbstständigen sagen, die überlegen, mit Pressearbeit zu beginnen?

Nicole Steurer: Ich kann es wirklich nur empfehlen. Wenn du die richtigen Werkzeuge in der Hand hast und weißt, wie es funktioniert, ist es viel leichter.

Man muss sich einfach trauen. Es macht wirklich Spaß!

Fazit

Nicole Steurers Geschichte zeigt, dass Pressearbeit nicht nur für große Unternehmen oder bekannte Persönlichkeiten funktioniert. Entscheidend ist, dass du verstehst, welche Themen für Medien relevant sind und wie du deine Expertise in einen guten Themenvorschlag übersetzt.

Aus einer anfänglichen Unsicherheit wurde bei Nicole ein klarer PR-Prozess. Aus ersten Zeitungsinterviews wurden Fernseh- und Radioauftritte. Und aus der Medienpräsenz entstanden nicht nur neue Kundenanfragen, sondern auch mehr Vertrauen, persönliches Wachstum und neue Möglichkeiten für ihr Business.

 

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